pferdeklinik
pferdeklinik

Borreliose beim Pferd

Bei dieser Erkrankung handelt es sich um eine bakterielle Infektion mit Borrelien. Vorwiegend kann bei Pferden Borrelia burgdorferi nachgewiesen werden. Diese Borrelien werden durch Zecken beim Blutsaugen übertragen. Anhand von Erkenntnissen aus der Humanmedizin wird vermutet, daß eine Übertragung der Borrelien frühestens 24 Stunden nach dem Biss der Zecke erfolgt. Diese Übertragung kann aber unter gewissen Umständen, wie z.B. unsachgemäßer Entfernung der Zecke auch früher erfolgen. Werden die Erreger von der körpereigenen Abwehr nicht ausreichend bekämpft, breiten sich die Borrelien im Organismus aus und es kommt zu einer chronisch latenten Infektion.

Symptome

Meist wird bei Pferden diese Krankheit erst im chronischen Stadium erkannt, da einerseits im Fell von Pferden Zecken häufig erst sehr spät entdeckt werden und andererseits aufgrund der Behaarung nicht die typische kreisförmige Rötung festgestellt werden kann.
Die Borreliose beim Pferd ist eine Infektion, die sich in den unterschiedlichsten Symptomen äußern kann. Zu diesen gehören:

 

  • Unspezifische, wechselnde, rezidivierende Lahmheiten
  • Muskelverspannungen
  • Diverse Hautveränderungen
  • Diverse Augenerkrankungen
  • Abmagerung
  • Kolikartige Erscheinungen und Koliken
  • Infektanfälligkeit
  • Erhöhte Allergiebereitschaft
  • Headshaking
  • Huflederhautentzündungen bzw. Hufrehe
  • Verhaltensänderungen wie z.B. Lethargie, Agressivität, Überreaktionen
  • Diverse Organerkrankungen

 

Eine der wichtigen Differentialdiagnosen zur Borreliose beim Pferd stellt das Equine Cushing Syndrom (ECS, auch Pituitary Pars Intermedia Dysfunction) dar. Aus diesem Grund sollte bei scheinbar therapieresistenten oder immer wiederkehrenden Allgemeinerkrankungen neben der Lyme-Borreliose auch an das ECS gedacht werden.

Diagnose

Die Diagnose ist nicht ganz einfach. Eine Borrelien-Infektion kann mittels Antikörpertiter-Test im Blutserum diagnostiziert werden. Hierbei beweist ein positiver Test zwar den Kontakt mit den Erregern, ist aber kein verlässlicher Indikator für das Vorliegen einer akuten Infektion bzw. Erkrankung. In diesem Fall sollten weitere Tests, wie z.B. der Western-Blot, eine Hautstanzprobe, oder eine Gelenkpunktion durchgeführt werden. Nur so ist es möglich die vorhandenen Symptome wirklich auf die Infektion zurückzuführen.

Therapie

Eine Behandlung ist sehr langwierig und muss konsequent durchgeführt werden, da die Erreger im Körper in zwei verschiedenen Stadien (aktiv und inaktiv) vorkommen und nur im aktiven Stadium angreifbar sind.
Zum Einsatz gelangen hierbei hochdosierte Antiobiotika über einen längeren Zeitraum, wobei die Wirkung von Makrolid-Antibiotika am effektivsten zu sein scheint. Diese Antibiotika können oral vom Besitzer selbst verabreicht werden oder aber vom Tierarzt per täglicher Injektion in die Muskulatur oder Vene gegeben werden.

Während dieser Therapie kann es zunächst zu einer Verschlechterung des Allgemeinbefindens kommen, da durch den Tod der Organismen Toxine freigesetzt werden, die diese Reaktion des Körpers hervorrufen.

In der Homöopathie bzw. Phytotherapie kommen auch Behandlungsmethoden mit pflanzlichen Mitteln (wie z.B. Goldrutenkraut, Propolis, Spirulinaalgen, Knoblauch, kolloidales Silberwasser, etc.) zum Einsatz, wobei über deren Wirksamkeit stark diskutiert werden kann.

Präventive Maßnahmen

Eine Impfung gegen Lyme-Borreliose ist beim Pferd seit einiger Zeit erhältlich und wird von uns auch empfohlen.

Zur Vorbeugung sollten Pferde möglichst täglich geputzt werden und dabei eventuell vorhandene Zecken entfernt werden. Eine Untersuchung der entfernten Zecke, ob sie potentieller Überträger von Borrelien ist, wird von einigen Laboren angeboten. Dies ist aber nicht immer notwendig oder hilfreich, da es die wenigsten infizierten Zecken schaffen, eine klinisch manifeste Infektion (also Borreliose-Erkrankung) bei dem gebissenen Pferd auszulösen.
Zusätzlich können Permethrin-enthaltende Pflegeprodukte (z.B. Wellcare® Emulsion) angewendet werden. Hierbei sollte darauf geachtet werden, daß das Mittel vor allem an Kopf, Hals, Bauch, Beinen und unter der Schweifrübe aufgetragen wird.

 

Tiernotdienst

Lieber Patientenbesitzer,

wir stehen Ihnen selbstverständlich für den Tierärztlichen Notdienst gerne zur Verfügung. Diesen Notdienst bieten wir 24 Stunden, rund um die Uhr an. Ob Sie einen Kleintiernotfall oder Pferdenotfall haben, rufen Sie bitte in beiden Fällen unter 050667331 an.  

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Tierklinik Sarstedt - Tierärztliche Klinik für Pferde und Praxis für Kleintiere - Christian Lippegaus
Diese Homepage wurde mit 1&1 MyWebsite erstellt.