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Impfung von Pferden

Was ist bei der Impfung zu beachten?

Impfungen sind wichtig, um Ihr Pferd vor schweren und teilweise tödlich verlaufenden Infektionskrankheiten zu schützen und um deren Ausbreitung zu verhindern. Damit Ihr Pferd korrekt geimpft werden kann, beachten Sie bitte folgende Punkte:

 

  • Halten Sie den Equidenpass Ihres Pferdes bereit, damit die Impfung dokumentiert werden kann.
  • Grundsätzlich sollten nur gesunde Tiere geimpft werden. Falls Sie den Eindruck haben, dass mit Ihrem Pferd etwas nicht Ordnung ist, teilen Sie dies dem behandelnden Tierarzt unbedingt vor der Impfung mit bzw. lassen Sie den Impftermin verschieben.
  • Informieren Sie den Tierarzt auch über eventuell aufgetretene Unverträglichkeitsreaktionen bei früheren Impfungen. Nur dann besteht die Möglichkeit, auf einen anderen, besser verträglichen Impfstoff auszuweichen und das Impfschema individuell anzupassen.
  • Jede Impfung stellt für den Körper eine gewisse Belastung und Stress dar. Daher sollte das Pferd in den folgenden 2-3 Tagen nach der Impfung geschont und genau beobachtet werden. Verständigen Sie uns bitte, falls Unverträglichkeitsreaktionen wie z.B. lokale Schwellung an der Injektionsstelle, Fieber, Husten usw. auftreten.

 

Welche Impfungen braucht mein Pferd?

Prinzipiell können Pferde gegen eine ganze Reihe von Infektionskrankheiten geimpft werden:

 

  • Wundstarrkrampf (Tetanus)
  • Pferdegrippe (equine Influenzaviren)
  • Herpes (EHV1 und EHV4)
  • Borreliose
  • Tollwut
  • Hautpilzinfektionen (Dermatophytose)
  • West-Nil-Fieber (WNV)
  • Steptococcus-equi (Druse)
  • Equine Virus Arteritis (EVA)

 

Wir beraten Sie gern, welche Impfungen im Einzelfall für Ihr Pferd sinnvoll sind. Grundsätzlich sind die Impfungen gegen Wundstarrkrampf, Influenza (Pferdegrippe) und das equine Herpesvirus (EHV) zu empfehlen.

Dagegen ist die Tollwut-Impfung in Deutschland aufgrund der sehr geringen Infektionsgefahr nur in tollwutgefährdeten Bezirken notwendig. Die Impfung gegen Hautpilz kann bei bereits erkrankten Tieren, aber auch in größeren Pferdebeständen bzw. Beständen mit ständigem Pferdewechsel sinnvoll sein. Ebenso ist Impfung gegen das West-Nil-Fieber in solchen Beständen ratsam. Die Impfung gegen Druse ist nur bei Pferden empfehlenswert, die Kontakt zu Pferden aus betroffenen haben.

 

 

Wann und wie oft sollte mein Pferd geimpft werden?

 

Wundstarrkrampf (Tetanus):

 

Bei der Infektion mit Wundstarrkrampf handelt es sich um eine meist tödlich verlaufende Infektion mit Clostridium tetani. Das Bakterium ist im Erdreich z.B. auf Weiden zu finden und stellt eine ständige Infektionsgefahr für Pferde dar, auch über kleinste Wunden. Daher sollte ausnahmslos jedes Pferd gegen Tetanus geimpft werden!

  • Grundimmunisierung: Pferde sollten im Alter von 6 Monaten grundimmunisiert werden. Nach der 1. Impfung sollte im Abstand von 4-6 Wochen die 2. Impfung erfolgen und anschließend im Abstand eines Jahres die 3. Impfung.
  • Wiederholungsimpfung: Diese sollte nach abgeschlossener Grundimmunisierung alle 24 Monate durchgeführt werden.

 

 

Pferdegrippe (Equine Influenza):

 

Die sogenannte Pferdegrippe wird durch equine Influenzaviren verschiedener Stämme hervorgerufen. Es handelt sich im Allgemeinen um eine hochansteckende Atemwegserkrankung, die mit einer starken Störung des Allgemeinbefindens, Fieber, Husten und Entzündungen der gesamten Atemwege einhergeht. Durch eine bakterielle Sekundärinfektion kann die Erkrankung tödlich enden. Der Erreger gehört zur gleichen Virusfamilie wie das Grippevirus des Menschen. Es sollte jedes Jahr bei den verwendeten Impfstoffen auf die Anwendung neuer bzw. aktueller Stämme von Influenza geachtet werden. Pferde sollten im Alter von 6 Monaten grundimmunisiert werden. Maternale (mütterliche) Antikörper in der  Biestmilch schützen das Fohlen in regelmäßig geimpften Beständen bis zum Alter von 6 Monaten gegen eine Influenzaerkrankung.

  • Grundimmunisierung: Nach der Erstimpfung im Alter von 6 Monaten erfolgt die nächste Impfung im Abstand von 6-9 Wochen (2. Impfung). Um die Grundimmunisierung abzuschließen, muss das Pferd nach weiteren 6 Monaten nachgeimpft werden (3. Impfung).
  • Wiederholungsimpfung: Das Pferd muss zur Aufrechterhaltung der Immunität mindestens jährlich nachgeimpft werden. Turnierpferde müssen allerdings aufgrund der erhöhten Infektionsgefahr und der aktuellen LPO-Bestimmungen häufiger nachgeimpft werden (siehe unten)!

 

Tollwut


Die Tollwut wird durch das Lyssa-Virus hervorgerufen und gehört zu den anzeigepflichtigen Tierseuchen. Das Virus wird hauptsächlich durch den Speichel übertragen. Meistens handelt es sich um Bisse von infizierten Tieren; das Virus kann aber auch über andere Wunden oder die Schleimhäute eindringen. Die Erkrankung verläuft fast immer tödlich und es gibt keine wirksame Therapie (Therapieversuche sind außerdem laut Tollwut-Verordnung verboten). Aufgrund des sehr geringen Infektionsrisikos für Pferde in Deutschland ist eine Impfung gegen Tollwut höchstens für Weide- und Offenstallpferde in Tollwut-gefährdeten Bezirken notwendig.

  • Grundimmunisierung: Diese ist ab dem 6. Lebensmonat möglich und erfolgt durch zwei Impfungen im Abstand von vier Wochen.
  • Wiederholungsimpfung: Laut Hersteller genügt eine Auffrischung alle 2 Jahre, jedoch sollte im Einzelfall entschieden werden, ob evtl. eine jährliche Auffrischung sinnvoll ist.

 

Hautpilz


Der Impfstoff richtet sich gegen die am häufigsten vorkommenden Hautpilze der Gattungen Trichophyton und Mikrosporum. Die Impfung kann einerseits zur Vorbeugung ab dem 5. Lebensmonat vorgenommen werden. Andererseits kann sie auch bei schon erkrankten Tieren durchgeführt werden, da sich die Symptome oftmals nach der Impfung verringern bzw. ganz verschwinden.

  • Grundimmunisierung:  Es sind zwei Impfungen im Abstand von 14 Tagen notwendig.
  • Wiederholungsimpfung: Die Auffrischung erfolgt nach 9 - 12 Monaten.

 

Equines Herpesvirus (EHV):

 

Beim Pferd gibt es zwei Virusstämme, für die zurzeit eine Impfung erhältlich ist:

  • EHV-4, welches vornehmlich zu einer Atemwegserkrankung (Rhinopneumonitis) führen kann. Bei einem prozentual geringen Teil ist EHV-4 auch als Auslöser des EHV-Virusaborts nachgewiesen.
  • EHV-1, das besonders im Zusammenhang mit dem Virusabort im letzten Drittel der Trächtigkeit bei Zuchtstuten zu nennen ist.

Bei beiden Stämmen können auch neurologische Symptome (Störungen des Nervensystems) auftreten. Diese reichen von einer milden Ataxie (Koordinationsstörung) bis hin zur vollständigen Lähmung.

Beide Stämme sind hochansteckende Erreger, die über direkten Kontakt oder Tröpfcheninfektion übertragen werden. Als Eintrittspforte gelten vor allem der Atmungsstrakt sowie der Geschlechtstrakt. Hat sich das Pferd erst einmal infiziert, verbleibt das Virus lebenslang im Pferdekörper und kann in Stresssituationen wieder reaktiviert werden. Dabei sind aber nicht bei jeder Infektion klinische Symptome zu beobachten! Vor allem die latent infizierten Trägertiere stellen ein ständiges Infektionsrisiko für ungeimpfte Tiere dar.

Leider schützt auch die Impfung nicht hundertprozentig vor einer Herpes-Erkrankung. Der große Vorteil der Impfung liegt darin, dass geimpfte Pferde wesentlich weniger Herpesviren ausscheiden und somit der Infektionsdruck deutlich herabgesetzt wird. Deshalb sollte auch der gesamte Pferdebestand geimpft werden!
Die Impfung gegen die equinen Herpesviren muss aufgrund der verschiedenen EHV-Subtypen (EHV-1 und EHV-4), sowie der unterschiedlichen Erkrankungen genauer differenziert werden. Es sind mehrere Impfstoffe zur Immunisierung gegen EHV zugelassen. Jedoch sind im Moment nur noch zwei Impfstoffe im Handel erhältlich. Einerseits gibt es einen Lebendimpfstoff mit einem attenuierten (abgeschwächten) EHV-1 Virusstamm. Andererseits ist ein Totimpfstoff, der inaktivierte EHV1- und EHV-4-Viren enthält, verfügbar. 

  • Grundimmunisierung: Je nach Hersteller unterscheidet sich das Impfschema, wobei die    Grundimmunisierung ab einem Alter von 5-6 Monaten durchgeführt werden kann.
  • Wiederholungsimpfung: Bei allen Impfstoffen ist eine eine halbjährliche Auffrischung nötig.
  • tragende Stuten: Zum jetzigen Zeitpunkt erfüllt lediglich der Totimpfstoff die Zulassungsbedingungen für einen Schutz gegen den EHV-Virusabort. Um einen größtmöglichen Schutz vor dem Virusabort zu erzielen, sollten tragende Stuten im 5., 7. und 9. Trächtigkeitsmonat geimpft werden.

 

West-Nil-Fieber


Nähere Informationen zum West-Nil-Fieber finden Sie auf der folgenden Seite >>.

  • Grundimmunisierung:  Diese ist ab dem 5. Lebensmonat möglich. Dafür sind 2 Impfungen im Abstand von 4-6 Wochen notwendig.
  • Wiederholungsimpfung: Die Auffrischung sollte laut Hersteller jährlich erfolgen.

 

 

Druse (Streptococcus equi)

Bei der Druse handelt es sich typischerweise um ein Jungpferde-Erkrankung. Dabei kommt es zu einer Allgemeininfektion mit Fieber, Nasenausfluss, Husten und zur Bildung von Abszessen in den Lymphknoten.

Ziel der Impfung ist es, die klinische Symptome und das Auftreten von Lymphknotenabszessen zu reduzieren.

  • Grundimmunisierung:  Pferde ab einem Alter von 4 Monaten erhalten 2 Impfungen mit jeweils einer Dosis im Abstand von 4 Wochen.
  • Wiederholungsimpfung: Zur Aufrechterhaltung der Immunität ist eine Wiederholungs-impfung alle 3 Monate erforderlich.

 

Der Impfstoff ist zur Anwendung bei Pferden vorgesehen, für die ein Risiko einer Streptococcus equi Infektion eindeutig besteht - z.B. aufgrund der Kontaktmöglichkeit mit Pferden aus Ställen, in denen der Erreger vorkommt. Eine Grundimmunisierung während eines Ausbruches der Erkrankung ist in der Regel unwirksam, da die Immunität vor einer abgeschlossenen Grundimmunisierung nicht ausreichend ist.

 

Equine Virus Arteritis (EVA)

Die Erkrankung ist in Deutschland meldeplichtig und kommt glücklicherweise relativ selten vor.

Symptome einer EVA-Infektion sind hohes Fieber, Ödeme, Bindehautentzündungen, Koliken und Aborte bei tragenden Stuten. 

Die Übertragung des Virus kann über alle Körpersekrete erfolgen, besonders hervorzuheben ist jedoch die Infektion über Sperma von latent infizierten Hengsten. Das heißt, ein Teil der Hengste trägt das Virus in sich, ohne selbst klinische Symptome zu zeigen.
Eine Impfung wird daher hauptsächlich bei Deckhengsten und Zuchtstuten durchgeführt.

 
  • Grundimmunisierung:  Pferde ab einem Alter von 9 Monaten erhalten 2 Impfungen mit jeweils einer Dosis im Abstand von 3 - 6 Wochen.
  • Wiederholungsimpfung: Die Impfung ist alle 6 Monate aufzufrischen.

 

Was ist bei Turnierpferden zu beachten?

Laut LPO müssen Turnierpferde gegen Influenza geimpft werden. Dies gilt auch für eingetragene Freizeitpferde, die gelegentlich an einer Jugendreiterprüfung oder E-Dressur teilnehmen, sofern es sich um Turniere handelt, die einen "offiziellen Charakter" (d.h. von der Landeskommision bearbeitet) haben.

Bitte beachten Sie, dass sich durch das Inkrafttreten der LPO 2013 einige Veränderungen ergeben haben (Änderung des Impfintervalls bei der Grundimmunisierung, Wegfall der Sonderregelung von 7 Monaten +/- 21 Tage bei der Wiederholungsimpfung).

 

Demnach müssen Turnierpferde wie folgt gegen Influenzaviren geimpft werden:

 

  • Grundimmunisierung:   zwei Impfungen im Abstand von 28 bis 70 Tagen

                                           dritte Impfung 6 Monate (+/- 21 Tage) nach der zweiten Impfung

 

  • Wiederholungsimpfungen: im Abstand von jeweils 6 Monaten (+/- 21 Tage)

 

Ein Turnierstart ist frühestens 14 Tage nach der zweiten Impfung der Grundimmunisierung möglich. Bei den Folgeimpfungen (auch die dritte Impfung der Grundimmunisierung) müssen mindestens 7 Tage vor einem Turnierstart vergangen sein. Wenn die Information über die Grundimmunisierung fehlt, darf das nur Pferd starten, wenn es in den letzten 3 Jahren regelmäßig (d.h. alle 6 Monate +/- 21 Tage) nachweisbar geimpft wurde.

 

Eine Immunisierung gegen Tetanus wird bei Turnierpferden im übrigen als selbstverständlich angesehen! Außerdem wird die Impfung gegen Herpes empfohlen.

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