pferdeklinik
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Vorbereitungen für die Geburt eines Fohlens

Mit der eigenen Stute zu züchten, ist für die meisten Pferdebesitzer eine schöne aber auch aufregende Erfahrung. Damit die Geburt aber möglichst reibungslos abläuft und im Ernstfall geholfen werden kann, sollte ein verantwortungsvoller Züchter einige Vorbereitungen treffen.

 

 

Worauf sollte ich bei meiner Zuchtstute gegen Ende der Trächtigkeit achten?

  • Fütterung: In der Endphase der Trächtigkeit ist eine gute Fütterung besonders wichtig für die Zuchtstute. Sie sollte einen guten Ernährungszustand vorweisen und glattes, glänzendes Fell, aber sie sollte auf keinen Fall zu dick sein. Die Stute hat in dieser Zeit einen erhöhten Bedarf an Energie und Eiweiß sowie an Calcium und Phosphor. Es gibt im Handel spezielles Futter für Zuchtstuten, aber auch eine Fütterung mit Hafer, Heu und Mineral- und Vitaminzusatz ist möglich.
  • Bewegung: Auch jetzt ist regelmäßige Bewegung und Auslauf anzuraten, damit die Stute fit bleibt für die bevorstehenden Strapazen der Geburt. Größere Anstrengungen wie z.B. Springen, längeres Galoppieren, Dressurarbeit sollten aber natürlich vermieden werden.
  • Impfungen: Jede tragende Stute sollte gegen Virusabort, der durch Equine Herpesviren hervorgerufen wird, geimpft sein (Impfung im 5., 7. und 9. Trächtigkeitsmonat). Außerdem ist auf einen ausreichenden Tetanusschutz zu achten. Im Zweifelsfall sollte die Tetanusimpfung ca. 1 Monat vor der Geburt aufgefrischt werden.
  • Wurmkur: Die Stute sollte in der letzten Woche vor der Geburt nochmals entwurmt werden, damit das Fohlen zu Beginn möglichst wenig Parasiten aufnimmt.
  • Hufeisen: Die Hufpflege sollte auch bei Zuchtstuten nicht vernachlässigt werden. Eventuell ist es empfehlenswert, die Hufeisen vor der Geburt abzunehmen. Dadurch wird das Verletzungsrisiko für das Fohlen minimiert.
  • Euterkontrolle: Das Euter sollte zum einen beobachtet werden, um den Geburtstermin einzuschätzen. Zum anderen ist es sinnvoll, die Stute an Berührungen des Euters zu gewöhnen, da sie dann das Fohlen problemloser trinken lassen wird. Das Euter sollte aber auf keinen Fall angemolken werden, da dann die Biestmilch verloren geht!

Welche Vorbereitungen sollte ich für die Geburt treffen?

  • Abfohlbox:
    Besonders wichtig ist es, die Stute rechtzeitig in ihre Abfohlbox zu bringen, d.h. mindestens 6 Wochen vorher! Dadurch kann sich die Stute mit dem Keimspektrum ihrer Umgebung auseinandersetzen und Antikörper bilden. Diese werden über die Biestmilch (Kolostrum) an das Fohlen weitergegeben und sind für dessen Überleben von entscheidender Bedeutung.
    Die Abfohlbox sollte vor der Geburt möglichst gründlich gereinigt und evtl. desinfiziert werden, um die Infektionsgefahr für das Fohlen gering zu halten. Sie sollte außerdem möglichst groß sein und mit reichlich Stroh eingestreut sein. Das Stroh kann zur Wand hin etwas angehäuft werden. Dadurch erreicht man oftmals, dass sich die Stute in die Mitte der Box hinlegt.


• Folgende Materialien sollten Sie vor der Geburt im Stall griffbereit haben:


o Eimer, Wasser und Seife
o saubere Tücher
o Bandage zum Einbinden des Schweifes
o 2 Geburtsketten oder -stricke
o Jodlösung zur Nabeldesinfektion
o Schere und Bindfaden (damit falls nötig der Nabelstumpf abgebunden werden kann)
o Klistier
o Strohband o.ä. zum Hochbinden der Nachgeburt
o Thermometer

 

  • Stellen Sie sicher, daß Sie die Notrufnummer des Tierarztes und ein funktionierendes Telefon im Stall griffbereit dabei haben! Außerdem ist es immer gut, einen erfahrenen Pferdezüchter vor Ort zu haben.

Wann fohlt meine Stute?

In der Regel dauert die Trächtigkeit beim Pferd 330-345 Tage. Aber auch eine Tragzeit von nur 320 Tagen oder bis zu 360 Tagen ist möglich. Manchmal ist also Geduld gefragt!
Ungefähr 4 Wochen vor der Geburt beginnt das Euter der Stute langsam größer zu werden und 2 Wochen vor der Geburt ist eine deutliche Anbildung des Euters festzustellen. Die Zitzen füllen sich normalerweise 1-4 Tage vor der Geburt und es bilden sich die sogenannten „Harztropfen".
Weitere Anzeichen für die bevorstehende Geburt sind eingefallene, weiche Beckenbänder und die Bildung von Unterbauchödemen. Einige Tage vor der Geburt verlängert sich auch die Scheidenöffnung.
Leider sind diese Anzeichen insgesamt relativ unzuverlässig und auch von Stute zu Stute individuell unterschiedlich. Da die meisten Stuten in der Nacht oder in den frühen Morgenstunden abfohlen, bleiben dem Pferdezüchter also einige Nachtwachen im Stall nicht erspart. Die Überwachung der hochtragenden Stuten kann etwas erleichtert werden, durch die Installation von Videokameras in der Abfohlbox. Daneben gibt es die sogenannten "Geburtsmelder", die aber nur eingeschränkt sicher sind. Diese Geräte lösen einen Alarm aus, sobald die Stute zu schwitzen beginnt, Wehen bekommt oder sobald die Fruchtblase aus der Vulva austritt. Generell sollte man bei der Geburtsüberwachung darauf achten, die Stute möglichst wenig zu stören. Viele Stuten verzögern die Geburt, wenn im Stall zu viel Unruhe herrscht.

Tiernotdienst

Lieber Patientenbesitzer,

wir stehen Ihnen selbstverständlich für den Tierärztlichen Notdienst gerne zur Verfügung. Diesen Notdienst bieten wir 24 Stunden, rund um die Uhr an. Ob Sie einen Kleintiernotfall oder Pferdenotfall haben, rufen Sie bitte in beiden Fällen unter 050667331 an.  

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