West-Nil-Fieber beim Pferd

Das West-Nil-Fieber wird durch ein Virus hervorgerufen, welches in Europa immer mehr zur Bedrohung wird:

das West-Nil-Virus (WNV).

In den letzten Jahren wurden auch in Deutschland immer mehr Fälle des West-Nil-Fiebers bekannt. Bisher bestätigte das Nationale Referenzlabor für West-Nil-Virus-Infektionen in diesem Jahr Nachweise von West-Nil-Virus bei 54 Zoo- und Wildvögeln sowie 16 Pferden. Weitere 3 Pferde befinden sich derzeit in der Abklärung. Vier Pferde starben bisher an den Folgen der Infektion.

Die meisten Fälle traten bisher in Ostdeutschland (Berlin, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen)auf, jedoch wurde vor kurzem auch ein Pferd mit neurologischen Symptomen in Niedersachsen bekannt.

Auch Menschen können sich mit dem WNV infizieren und erkranken.

Übertragungsweg

Zugvögel infizieren sich in Afrika bzw. anderen endemischen Gebieten und bringen das Virus nach Europa mit. Wird nun ein WNV- infizierter Vogel von einer Stechmücke gestochen, überträgt er das Virus auf die Mücke. Diese ist anschließend in der Lage, das Virus auf Pferde oder Menschen zu übertragen.

Das West-Nil-Virus wird saisonal übertragen: hauptsächlich in den Monaten Juli bis Oktober, da es in dieser Zeit die meisten Stechmücken gibt.

Wichtig: In Säugetieren kann sich das Virus nicht gut vermehren. Daher geht von infizierten Pferden oder Menschen in der Regel keine erhöhte Ansteckungsgefahr für andere Pferde oder Menschen aus!

Symptome

Viele Infektionen verlaufen ohne sichtbare klinische Symptome. Bei den erkrankten Pferden sind die klinischen Anzeichen einer Infektion mit dem West-Nil-Virus oftmals unspezifisch und ähneln denen anderer Erkrankungen (v.a. Erkrankungen des Nervensystems wie z.B. Borna Disease). Daher ist es nicht möglich, nur anhand der klinischen Symptome eine WNV-Infektion zu diagnostizieren.

Folgende Symptome treten in der Regel innerhalb von 3-5 Tagen nach der Infektion der Pferde auf:

 

  • Fieber
  • Appetitlosigkeit
  • Schluckunfähigkeit
  • Sehstörungen
  • Depressionen oder Lethargie
  • Abstützen des Kopfes
  • Schwäche der Hinterhand
  • Straucheln oder Stolpern
  • Muskelschwäche oder -zuckungen
  • Partielle Lähmungen
  • Zielloses Umher- oder im Kreis laufen
  • Unfähigkeit zum Aufstehen
  • Krämpfe
  • Koma

 

20 bis 57% der Pferde, die an der neurologischen Variante des West-Nil-Fiebers erkranken, sterben.

Therapie und Prophylaxe

Es gibt keine spezifische Behandlung des West-Nil-Fiebers! Es wird in der Regel entzündungshemmend und unterstützend behandelt. Der einzig sichere Schutz ist eine Impfung:

  • Grundimmunisierung:  Diese ist ab dem 5. Lebensmonat möglich. Dafür sind 2 Impfungen im Abstand von 4-6 Wochen notwendig.
  • Wiederholungsimpfung: Die Auffrischung sollte laut Hersteller jährlich erfolgen.

Es empfiehlt sich die Impfung rechtzeitig im Frühjahr vor Beginn der Mückensaison vorzunehmen, damit dann in der Zeit der höchsten Ansteckungsgefahr möglichst hohe Antikörpertiter im Pferd vorhanden sind.

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